... unser Projekt "Wollstüble"
Projekt - Wollstüble:
Unser Tagespflegeprojekt verbindet sinnstiftendes Aktivierungserlebnis mit tiergestützter Interaktion rund um die Alpakawolle. Ziel ist es, Seniorinnen und Senioren sowie Teilnehmenden mit Demenz oder Pflegebedarf eine sichere, wertschätzende Umgebung zu bieten, in der Gedächtnis, Motorik und Sozialkontakt aktiv gefördert werden. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Erfahrung rund um die Alpakawolle – vom Scheren bis zur fertigen Wolle – als Lern- und Kontaktangebot, das Gemeinschaft, Vertrauen und Sinnstiftung schafft.
... wir sind alle hoch motiviert und sehr gespannt, was uns erwartet
... unser Wollstüble wird gerade künstlerisch verschönert!
... unsere Haus- und Hofkatze "Miss Sophie"
... zwei junge Alpakas haben sich bei uns verlaufen - Leo und Rocco
Das Sortieren und Auszupfen von Alpakawolle ist ein zentraler Arbeitsschritt in der Verarbeitung dieses hochwertigen Naturmaterials. Direkt nach der Schur liegt die Wolle meist noch ungeordnet vor und enthält neben den wertvollen Fasern auch Verunreinigungen wie Stroh, Heu oder Erde. Um die Qualität der Wolle zu erhalten und eine optimale Weiterverarbeitung zu ermöglichen, ist daher eine sorgfältige Vorbereitung notwendig.
Zu Beginn wird die Rohwolle auf einer sauberen und trockenen Unterlage ausgebreitet. In einem ersten Schritt erfolgt das grobe Sortieren: Sichtbare Verschmutzungen werden von Hand entfernt, ebenso stark verfilzte oder minderwertige Partien. Dieser Arbeitsschritt erfordert Aufmerksamkeit und Geduld, da bereits hier die Grundlage für die spätere Qualität gelegt wird.
Anschließend wird die Wolle nach ihrer Feinheit und Beschaffenheit getrennt. Besonders feine und weiche Fasern stammen in der Regel vom Rücken und den Seiten des Alpakas und gelten als besonders hochwertig. Grobere Fasern, etwa von den Beinen oder dem Bauch, werden separat gesammelt, da sie sich eher für robustere Produkte eignen. Durch diese Einteilung kann die Wolle gezielt weiterverarbeitet werden.
Im nächsten Schritt folgt das Auszupfen, also das vorsichtige Auflockern der Fasern. Dabei werden kleine Portionen der Wolle behutsam auseinandergezogen. Ziel ist es, Verfilzungen zu lösen und eingeschlossene Schmutzpartikel freizulegen. Gleichzeitig können dabei weitere kleine Fremdkörper entfernt werden. Wichtig ist, dabei sorgfältig und schonend vorzugehen, um die empfindlichen Fasern nicht zu beschädigen.
Insgesamt ist das Sortieren und Auszupfen ein arbeitsintensiver, aber entscheidender Prozess. Je gründlicher und gewissenhafter diese Schritte durchgeführt werden, desto besser ist die Qualität der vorbereiteten Wolle. Dies wirkt sich direkt auf die weiteren Verarbeitungsschritte und letztlich auf das Endprodukt aus.
Das Kardieren von Alpakawolle mit einer handbetriebenen Kardiermaschine stellt einen wichtigen und zugleich effizienten Schritt in der Wollverarbeitung dar. Nachdem die Wolle bereits sorgfältig sortiert und ausgezupft wurde, dient das Kardieren dazu, die Fasern weiter zu ordnen, zu lockern und optimal auf das Spinnen vorzubereiten.
Eine handbetriebene Kardiermaschine besteht in der Regel aus zwei mit feinen Drahtzinken besetzten Walzen, die durch eine Kurbel in Bewegung gesetzt werden. Diese Walzen drehen sich gegeneinander und greifen dabei die Wollfasern auf. Die vorbereitete Alpakawolle wird vorsichtig und gleichmäßig in die Maschine eingelegt, meist über eine Zuführfläche. Dabei ist es wichtig, nur kleine Mengen zu verwenden, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen und die Maschine nicht zu überlasten.
Während des Kurbelns werden die Fasern zwischen den Walzen erfasst, voneinander getrennt und parallel ausgerichtet. Verbliebene kleine Verunreinigungen werden dabei weiter gelöst, und die Wolle erhält eine luftige, gleichmäßige Struktur. Durch die mechanische Unterstützung der Maschine erfolgt dieser Prozess deutlich schneller und gleichmäßiger als beim Kardieren von Hand.
Am Ende des Kardierprozesses wird die Wolle als sogenanntes Vlies oder als kontinuierlicher Faserstreifen (auch „Batt“ genannt) von der Maschine abgenommen. Dieses Vlies ist weich, gleichmäßig und gut durchlüftet, wodurch es sich hervorragend für das anschließende Spinnen eignet. Die gleichmäßige Ausrichtung der Fasern erleichtert das Verspinnen und trägt wesentlich zur Qualität des Garns bei.
Trotz der maschinellen Unterstützung erfordert das Arbeiten mit einer handbetriebenen Kardiermaschine Sorgfalt und Erfahrung. Die richtige Dosierung der Wolle, eine gleichmäßige Führung sowie ein ruhiger Arbeitsrhythmus sind entscheidend für ein gutes Ergebnis. Insgesamt stellt diese Methode eine effektive Verbindung von traditioneller Handarbeit und technischer Hilfe dar und ermöglicht eine hochwertige Verarbeitung von Alpakawolle.
Das Spinnen von Alpakawolle mit dem Spinnrad ist ein traditioneller Handwerksprozess, der Geschick, Geduld und ein gutes Gefühl für das Material erfordert. Nachdem die Wolle bereits sortiert und kardiert wurde, liegt sie in einer lockeren und gleichmäßigen Form vor und ist bereit für die Weiterverarbeitung zu Garn.
Beim Spinnen mit dem Spinnrad werden die vorbereiteten Fasern zu einem stabilen Faden verdreht. Das Spinnrad besteht aus einem großen Rad, das über ein Trittbrett mit dem Fuß angetrieben wird, sowie aus einer Spindel oder Spule, auf die das fertige Garn aufgewickelt wird. Durch das gleichmäßige Treten des Rades entsteht eine Drehbewegung, die über ein Antriebsband auf die Spindel übertragen wird.
Die Spinnerin oder der Spinner zieht währenddessen vorsichtig Fasern aus dem vorbereiteten Wollvorrat heraus. Dieser Vorgang wird als „Ausziehen“ oder „Drafting“ bezeichnet. Gleichzeitig sorgt die Drehung der Spindel dafür, dass sich die Fasern miteinander verdrehen und so ein fester, zusammenhängender Faden entsteht. Die Kunst besteht darin, die richtige Balance zwischen dem Ausziehen der Fasern und der Drehgeschwindigkeit zu finden. Ist die Drehung zu stark, wird das Garn hart und überdreht; ist sie zu schwach, reißt der Faden leicht.
Ein besonderer Vorteil von Alpakawolle liegt in ihrer Weichheit und ihrem feinen Griff. Allerdings besitzt sie im Vergleich zu Schafwolle weniger natürliche Kräuselung, was das Spinnen etwas anspruchsvoller machen kann. Daher ist eine gleichmäßige Faserführung besonders wichtig, um ein stabiles und gleichmäßiges Garn zu erzeugen.
Während des Spinnens wird das fertige Garn kontinuierlich auf die Spule aufgewickelt. So entsteht nach und nach ein gleichmäßiger Faden, der je nach Bedarf dünn oder dick gesponnen werden kann. Nach dem Spinnen kann das Garn noch weiterverarbeitet werden, beispielsweise durch das Verzwirnen mehrerer Fäden, um zusätzliche Stabilität zu erreichen.
Insgesamt ist das Spinnen von Alpakawolle mit dem Spinnrad ein ruhiger und zugleich anspruchsvoller Arbeitsprozess. Es verbindet traditionelles Handwerk mit einem tiefen Verständnis für das Material und ermöglicht die Herstellung hochwertiger, individueller Garne.
